Fairer Handel

Fairtrade oder Fairer Handel – Was bedeutet das?

Definition

Die aktuelle akzeptierte und vom FINE Netzwerk abgestimmte Definition des Fairen Handels lautet: „Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die aus Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbeziehungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair Handels Organisationen engagieren sich – gemeinsam mit VerbraucherInnen – für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung und die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.“ Fair-Handels-Produkte werden nach diesen Grundsätzen hergestellt und gehandelt – wo immer möglich, durch glaubwürdige, unabhängige Kontrollsysteme bestätigt.

In der Regel werden fair gehandelte Produkte oder Firmen, Organisationen etc., die einen fairen Handel betreiben, durch Labels (Fairtrade, WFTO usw.) für den Verbraucher gekennzeichnet. Dazu gehe ich weiter unten im Text noch genauer ein.

Natürlich gibt es auch Handelsunternehmen, Werkstätten und Läden, die kein Label besitzen und keiner Fair-Handels-Organisation angehören, sich aber nach den strengen Richtlinien des Fairen Handels richten. Dazu gehöre ich – ABANTU-creative and fair. Fairtrade-Siegel und die Zugehörigkeit zu einem Dachverband sind teuer. Zudem möchte ich es mir auch offen halten, kleine Familienbetriebe oder Werkstätten, die nicht unterstützt werden und ohne Kinderarbeit verantwortungsvoll arbeiten, in meinen Handel aufzunehmen. Das gleiche gilt z.B. auch für Frauen aus Deutschland (für die Filzschmuckherstellung o.ä.), die von  ihrer Kreativität  auch leben möchten. Da ich mich streng an die Prinzipien des Fairen Handels halte, werde ich auch von Großhändlern, die ein Fairtrade-Gütesiegel besitzen und (oder) einem Dachverband angehören, beliefert.

Grundsätze

  • Gezielt mit Herstellern und Arbeitern zusammenarbeiten, die an den Rand gedrängt wurden, um sie von einer sehr schwachen Position zu Sicherheit und Autarkie zu bewegen
  • Hersteller und Arbeiter als Teilhaber innerhalb ihrer eigenen Organisationen stärken
  • sich aktiv darum zu bemühen, eine größere Rolle in der globalen Arena zu spielen, um mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu erreichen.

Im Einzelnen unterstützen Befürworter des fairen Handels generell die folgenden Grundsätze:

  • Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzenten schaffen: Fairer Handel ist eine Strategie zur Linderung von Armut und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Er soll Chancen für Hersteller schaffen, die wirtschaftlich benachteiligt oder vom bestehenden Handelssystem an den Rand gedrängt worden sind.
  • Zahlung eines fairen Preises: Der Preis soll im Dialog zwischen den Handelspartnern festgelegt werden und unabhängig von den Schwankungen der Weltmarktpreise stets die Produktionskosten decken, die Existenz der Produzenten sichern, eine sozial gerechte und umweltverträgliche Produktion ermöglichen. Darüber hinaus wird oftmals eine Prämie bezahlt, mit der die Bauern oder Arbeiter gemeinschaftliche Projekte zur langfristigen Verbesserung ihrer Situation umsetzen können. Bei Bedarf werden Vorfinanzierungen gewährt.
  • Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen: Das Arbeitsumfeld muss sicher und gesundheitsverträglich sein. Ausbeutung, Kinder- und Sklavenarbeit ist verboten. Die Gewerkschaftsfreiheit muss gegeben sein.
  • Gleichberechtigung von Frauen: Frauen werden immer für ihren Beitrag im Herstellungsprozess angemessen bezahlt und innerhalb ihrer jeweiligen Organisationen gestärkt.
  • Aufbau von Kapazität und Know-how: Fairer Handel soll die Produzenten unabhängiger machen und sie befähigen, sich auf dem Markt zu behaupten.
  • Transparenz und Verantwortung: Fairer Handel bedeutet transparente Geschäftsführung und kommerzielle Beziehungen, um fair und respektvoll mit Handelspartnern umzugehen.

Umweltschutz: Ökologische Landwirtschaft ist nicht zwingend vorgeschrieben, wird jedoch gefördert. Bestimmte besonders umweltschädigende Pestizide sind im Anbau untersagt.

Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade und Fair Trade / Fairer Handel?

Der Ausdruck Fair Trade bezeichnet die gesamte Fair-Trade-Bewegung (auch Fairer-Handel-Bewegung genannt), deren Hauptziel es ist, die internationale Handelspraxis und -politik fairer zu gestalten. Es gibt im Rahmen dieser Gesamtbewegung verschiedene Organisationen und Ansätze.
Die wohl bekannteste davon ist Fairtrade, das von der Faitrade Labelling Organisation International (FLO) verwaltete Zertifizierungs- und Siegelsystem, welches es den KonsumentInnen durch die Verwendung des FAIRTRADE-Logos ermöglicht, Produkte als den Fairtrade-Standards entsprechend und von Fairtrade-ProduzentInnenorganisationen stammend zu identifizieren, auch wenn diese in konventionellen Einzelhandelgeschäften angeboten werden.
Die Bezeichnung Fair Trade oder fair trade wird aber auch für den Teil der Fair-Trade-Bewegung verwendet, der sich mit nicht besiegelten Fair-Trade-Produkten (etwa handwerklichen Erzeugnissen) befasst. Dieser Teil der Bewegung wird im Wesentlichen von den Alternativen Handelsorganisationen (ATOs) und den Weltläden getragen und wird in seinen Bemühungen zur Verbesserung der internationalen Handelspraxis und -politik durch Organisationen wie die World Fair Trade Organisation (WFTO, früher als IFAT bekannt), die European Fair Trade Organisation (EFTA) und das Fairtrade Advocacy Office unterstützt und vertreten. Fair Trade in diesem Sinne und das von der FLO verwaltete Fairtrade-System arbeiten im Rahmen der Gesamtbewegung eng zusammen.

Für weitere Informationen über Fairtrade und den Fairen Handel steht Ihnen das Internet mit zahlreichen Seiten, z.B. fairtrade.de, zur Verfügung.

Quellenangaben: Der Faire Handel in Deutschland – www.fairtrade .de …… Fairer Handel-Wikipedia –   www.wikipedia.org/Fairer_Handel